Geschichte des Tai Ji Quan

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Das Tai Ji Quan (太極拳) gehört zu den Chinesischen Kampfkünsten (Wu Shu, 武術). Seine erste Erwähnung fand es in einem Geschichtsbuch aus der frühen Ming-Dynastie (14. Jahrhundert), wonach der daoistische Mönch Zhang Sanfeng (張三丰) am Berg Wudang das Tai Ji Quan entwickelt haben soll. Seit dem 17. Jahrhunderts wurde es als Familientradition weitergegeben, vorerst lediglich innerhalb der Familie Chen (陳氏). Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden noch vier weitere große Familienstile: Yang (楊氏), Wu (吳氏), Wu/Hao (武氏) und Sun (孫氏). Mit dem Ende des Chinesischen Kaiserreichs im Jahre 1911 wurde das Tai Ji Quan zunehmend auch außerhalb der Familien unterrichtet und so einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Im Zuge dieser Öffnung kam es zu einer Reihe von Neuerungen, vor allem der Entwicklung von langsamen Formen, die auch weniger gut trainierten oder älteren Menschen das Erlernen der Kunst ermöglichen sollten. Obwohl seit dieser Zeit sehr viele Varianten entstanden sind, die teilweise nur noch wenig mit dem ursprünglichen Tai Ji Quan gemein haben, blieb die traditionelle Kunst innerhalb der Familien weitgehend erhalten. Heute wird Tai Ji Quan weltweit von vielen Millionen Menschen praktiziert und vor allem wegen seiner positiven Wirkung auf Körper und Geist geschätzt.